Mit dem Postschiff zum Nordkap

Eigentlich gehört das hier nicht her, da die Homepage unserem Schiffi gewidmet ist. Und ein wenig schlechtes Gewissen haben wir auch einfach zu verreisen und Linius allein zu lassen. Aber für sie wäre das nichts...

Aber uns hat wieder das Fell gejuckt, vom 23.1.17- 3.2.17 haben wir eine stinknormale Reise über ein Reisebüro gebucht. Völlig untypisch für uns....

Wer nimmt schon gern Fertigprodukte.

Allerdings war es sinnbefreit, bei Eigenorganisation unterm Strich mehr zu bezahlen als die Reise über einen Veranstalter zu buchen, der noch ein paar Extraleistungen inkludiert hat.

 

Linius wartet nun im Winterlager auf bessere Zeiten und hat hoffentlich Verständnis das wir "fremdfahren". Tschuldigung Linius.....

http://www.polarlicht-reisen.de/

 

Ziel ist das Polarlicht, was auf der Lebensagenda fehlt. Ob das nun in Natura genau so schön beeindruckend aussieht wie auf den tausenden Fotos, die im Netz zu finden sind lässt sich nur klären wenn man sich das auch live anschaut.

 

Die MS Richard With ist der Dampfer unserer Wahl, der uns wolkenlose, polarlichtbeleuchtete, sternenreiche Fjorde und Seestücke entlang dem Golfstrom die schönste Seereise der Welt bei klirrender Kälte vorstellen soll. Spannend ist das, ohne Frage.

In Kürze: am 23.1.17 früh nach Hamburg, Flug nach Amsterdam, dann Bergen und Abends 22.30 Uhr legt das Schiff dort ab. Heute, am 19.1. hatten wir gelesen, die MS Kong Harald liegt in Hammerfest und fährt wegen "Wetter" nicht nach Kirkenes weiter sondern dreht in 3 Tagen um... Mal sehen wie weit wir kommen.

23.1.17

Das fängt schon spannend an, auf dem Bahnsteig der S-Bahn in Hamburg stand das schon und recht glauben wollte ich das nicht; Flug nach Amsterdam 10.20 Uhr gestrichen. Auf dem Flughafen eine Auskunft zu finden klappte dann auch  irgendwie, Terminal2 hatte den Infoschalter besetzt. Wegen schlechtem Wetter ist der Flieger nicht in Amsterdam gestartet. ?????? Windfinder sagt 5kn Wind und 2°C Temperatur. Nützt nix, nicht darüber nachdenken, er ist nicht da. KLM hatte dann irgendwann den Check-In auf, wir uns eingereiht. 1x umbuchen über Kopenhagen. Das sollte wohl auch klappen, wir sind 1h später in Bergen als geplant, aber wohl sicher rechtzeitig um an Bord zu gelangen. Jetzt wird der 10€ Essens-Trostgutschein der KLM im Flughafen erstmal verfuttert. Weiter gehts erst in 3 1/2 Stunden, 13.20 Uhr....

 

 

Wie immer ist das Warten am nervigsten. Jetzt sitzen wir hier rum und später bricht dann Hektik aus. In Bergen haben wir 30 min. Zeit vom Landen des Fliegers den letzten Zubringerbuss zum Fährterminal zu erreichen.

 

Hier des Rätsels Lösung Due to fog, airport capacity has been reduced and delays are to be expected. If you're due to travel, please check the status of your flight via schiphol.com, our app or your airline for current flight Information.

Gefunden auf WWW.Schipol.nl... Amsterdam ist also eingenebelt. Das Umbuchen war somit nicht die schlechteste Idee. Der Nachmittagsflug 14.35 Uhr ist inzwischen auch gestrichen.......

Wir sind inzwischen an Bord, 21.00 Uhr, vor dem Rest der Gruppe aus Amsterdam.

Die Abfahrt des Schiffes ist auf 23.30 Uhr verschoben, keiner und nichts kam hier wohl pünktlich an.

 

In Kopenhagen sind wir pünktlich angekommen, 16.55 Uhr sollte es weiter gehen.

 

Ging es auch. Bei halbwegs guter Sicht aus der Luft sahen wir die Ostseeseite Dänemarks, Fjordlandschaft und Nordspitze Dänemarks, Skagen und weiter auf die Nordsee.

 

Dann kam die große Linkskurve, 180°, wir sahen alles noch einmal, der Flieger drehte um nach Kopenhagen-technische Probleme, "this connot solved in Bergen" Viertel vor 6 waren wir wieder zurück, kein Scherz.

Alle wieder raus, knappe Stunde später in einen anderen mit Mann und Maus, Crew, Koffer umladen etc. und wieder in die Luft.

 

Ich fass das mal zusammen:

-Flug mit KLM von Hamburg nach Amsterdam gestrichen

-umbuchen auf SAS nach Bergen über Kopenhagen

-Ankunft aus Kopenhagen 3 1/2 Std. später als mit Amsterdam ursprünglich geplant

-Flieger aus Kopenhagen gehend dreht auf halber Strecke um wegen technischer Probleme und fliegt nochmal 1 1/2 Std. später wieder los.

 

Und wir waren vor den Amsterdamern da......

 

In Bergen ist zeitgleich eine Gruppe aus London gelandet, aus dem Flieger sind auch einige aufs Hurtig-Schiff. Deren Zubringer war auch unserer......

 

Wir sind breit - seit 4.00 Uhr am Start....

24.1.

Erster Tag unterwegs. Die Gegend ist genial, ein Seestück von etwa 2Stunden, ansonsten zwischen den Fjorden erreichen wir Mittags Alesund

Warum müssen bei uns die Schiffe aus Wasser.....

In Alesund hatten wir 3 Stunden Zeit, genug um auf den Hausberg zu gehen und einen Rundblick zu genießen. Das sah so aus, wirklich beeindruckend schön. Alesund ist eine Stadt im Jugendstil. Auch das ist sehr schön, aber bei Weitem nicht so wie der Blick rundum.

Heute, am 25.1. sind wir 7.00 Uhr in Trondheim fest, Zeit zum Erkunden haben wir bis Mittag. Also Frühstück und in die Stadt. Trondheims Highlight als die 3.grösste Stadt Norwegens ist der Nidarosdom, im 11.JH gegründet als Holzkirche und in den Jahrhunderten gewachsen ist er ein interessantes Bauwerk. Wir sind aber nicht hier um Städte anzuschauen, machen Sightseeing light. Es ist recht warm, etwa 5°C, uns fehlen irgendwie leichte Klamotten. Darauf sind wir nicht recht vorbereitet. Eine schöne Stadt ist es, wirkt sehr ruhig und gepflegt. Wie alles in Skandinavien...

Wir sind nun wieder unterwegs, Trondheim hinter uns, morgen früh zwischen 7 und 8 queren wir den Polarkreis. Neptun wird uns heimsuchen. Aber noch ist es recht warm und friedlich

 

25.1.17 und wir queren ein offenes Seestück auf dem Weg nach Rorvik. Inzwischen natürlich Stockfinster, 19.30 Uhr.  Die Ansage von der Brücke war 20m/s Wind, merkt man am Rollen vom Schiff. An Deck geht das halbwegs, steht man auf der dem Wind abgewandten Seite. Windfinder ergänzt das etwas.... 41 kn (75km/h), in Böen 56 kn (103 km/h), Wellenhöhe 7,6m Wellenperiode 13s. 2 Stunden soll die Fahrt ohne Inselschutz gehen und damit zu kurz um sich daran zu gewöhnen.  Temperatur lt. Windfinder ist 9°C, das kommt wohl hin und fühlt sich genau so an.

Heute, am 26.1. haben wir den Polarkreis überquert. An Land steht eine beleuchtete Erdkugel, die in der Bewegung im Stockfinsteren leider nicht besser zu fotografieren war. Passiert haben wir um 7.04 Uhr und 58 Sekunden. An Bord gab es gestern ein Gewinnspiel, man konnte in einem Kasten seinen Tipp zur Überquerzeit abgeben. Und der Gewinner ist: Moni :-), 5s daneben.... Warum spielt Sie nicht Lotto????? Die angegebene Zeit war Ihr Geburtsdatum, 07. 05.03 Uhr.

 

Den Preis gab es dann von Njörd, dem Meeresgott, der erst Moni und dann alle Reisenden taufte, und eine Flagge vom Schiff mit Widmung vom Kaptain. Njörd ließ kein erbarmen walten, jeder bekam eine Kelle Eiswürfel in den Kragen gekippt. Die war voll!!! Und anschließend was zum kippen in den Hals....

 

Das Wetter von Heute. Selbstredend.....

Erfüllt die Klischees.

Gegen Mittag werden wir Bodö erreichen, dann ist wieder Landgang angesagt.

Bodö ist mit 50.000 Einwohnern die größte Stadt Nordnorwegens, hat einige Museen, eine kleine Festung usw.

 

 

Alte Festung an der Hafenausfahrt von Bodö....

Der Rest der Stadt versank im Nieselregen

 

 

 

Roadmovie....

22.00 Uhr erreichen wir die Lofoten, erster Hafen ist Svolvaer. Da wir hier nur 45 min liegen reicht das eben um am Kai mal auf und ab zu gehen. Hell beleuchtet die Stockfischgestelle wo der Fisch zum trocknen in der Luft aufgehangen wird.

 

Weiter dann in den Rafffjord. Auf dem Oberdeck ein kleines Event (wie jeden Abend) mit irgend einem Gebräu und Fischfrikadellen

27.01. gegen 07.00 Uhr Kurzaufenthalt in Hatstadt, weiter geht's dann nach Tromsö, gegen 14.15 wollen wir da sein. Vorher 11.oo Uhr halten wir jedoch noch in Finnsnes. Es wird deutlich kälter.... Bild 1 und 2 ist das selbe Motiv verschieden belichtet.

 

 

 

Ohne Worte......

Tromsö. Wir legen 14.00 Uhr an und gehen anschließend an Land, besuchen die Eismeerkathedrale, die Domkirche (eine kleine Holzkirche, welche leider geschlossen war) und bummeln noch ein wenig durch die Stadt. Gegen 15.oo Uhr wurde es langsam wieder finster. Zu 4 Nachmittags dann schon stockfinster, die Uhr auf der Domkirche zeigt die Zeit. Von den Leuchtbäumen stehen etliche  im Stadtzentrum rum. Sicher ein Symbol für die Sehnsucht nach dem Licht

Ich wollte schon in die Koje und bin nochmal auf Deck 5 draußen in die Runde schauen, da gab es doch eine kleine Wolkenlücke. Also Kamera und Stativ aus der Kabiene holen und warten. Hat sich gelohnt, wenn auch etwas bescheiden, es gab die ersten Polarlichter. Derzeit haben wir wieder ein offenes Seestück und es bläst in 8 Windstärken, an Deck gehen ist nicht und Fotos machen erst recht nicht. Ohne den Schutz der Fjorde rollt das Schiff gewaltig, und das wird bis etwas nach Mitternacht so weitergehen. Also keine Bilder weiter für den Moment... Belichten muss man etwa 10-15 Sekunden, daher erscheinen die Sterne z.T. als Strich, das Schiff bewegt sich eben.

Kaum mit den ersten Bildern fertig kam die Durchsage - Nordlichter, leichte... Die grinsen mehr oder weniger durch die Wolken, das Rollen vom Schiff ist wohl auch gut zu sehen.

Heute, am 28.1. legen wir von 8.45 -9.15 in Uhr Havoysund an, danach noch ein kurzer Trip  (bis 10.15) nach Honningsvag, von wo wir zum Nordkap aufbrechen werden.

In Honningsvag standen Busse, bis zum Kap sind es vom Hafen etwa 30km. Zurück sind wir 14.30 Uhr, 14.45 legte das Schiff schon wieder ab. Licht war inzwischen wieder weg. Wir hatten Glück, die MS Vesterdalen war gestern hier, das Nordkap aufgrund des Windes Böen bis Bft 10 aber nicht zu erreichen. Somit fiel das für die Menschen dort aus. Wohl mehr als ärgerlich.

An Bord kam ein regionaler Fischer und brachte paar Königskrabben mit, die da rumkrabbelten. Sehen schon etwas gruselig aus. Da die Krabben keine Feinde haben gibt's zu viele, ausgesetzt hat die Dinger das russische Militär zur Versorgung Ihrer Marine.

 

Die Teile gab es dann am Abendbuffet. Muss schon sagen, der Helgoländer Knieper schmeckt ähnlich, wirklich sehr lecker. Zum auslöffeln der Beine genügt aber ein Teelöffel.

Wir waren kaum im Bett, inzwischen etwa 22.30 Uhr und wieder " you can show the nothern lights on the back of the ship" plärrt es aus dem Flurlautsprecher. Schnell Klamotten überwerfen und raus. Das Schauspiel war grandios, ging etwa bis Mitternacht, dann verblasste es und / oder wir waren zu durchgefroren. Beim Zuschauen hat man keine Zeit dazu. Die Sterne oder Lichter an land werden durch das Rollen vom Schiff in die interessantesten Spuren verzerrt. Original schimmert der Himmel in seiner Gänze und das Licht geht über den halben Horizont. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Masse an Bildern vom 29.1.17. Man muss sich auf Polarlichtfotos erst einmal einschießen, das geht alles nur in manuellen Einstellungen. Die rote Jacke ist Moni.....

 

 

Wir haben den östlichsten Punkt und damit den Wendepunkt erreicht, ab Kirkenes geht's wieder Heimwärts. Kirkenes erweckt nicht den Eindruck einer Stadt, eher eine Ansammlung von Häusern. Wunderschön..

 

Aber erstmal noch die Hundeschlittentour. Ging etwa eine halbe Stunde quer durch die Botanik, die Hunde haben unglaublich viel Kraft, geschätzt geht das wohl mit 25 - 30 km/h durch die Schneelandschaft. Macht irre Spaß und verleitet zum wiederholen. Die Tiere sind kaum zu bändigen und wollen laufen, jeder Halt wird mit lautem gejaul kommentiert. Unser Mascha, ein junges Mädel hatte sichtlich genau so viel Spaß wie wir, sicher ein großartiger Job. Wir sind wohl etwas neidisch......

Auf dem Gelände ist das Kirkenes Snowhotel, haben wir natürlich auch mitgenommen. Rudi oder Sven stand rum, Olaf im Hotel.

Die Eisskulpturen sind traumhaft, man mag kaum glauben, im Mai wird alles wieder "eingeschmolzen", das Hotel gibt's im Sommer irgendwie nicht

Zwischen 16.00 und 16.45 Uhr haben wir in Vardo gehalten--ist ja ein Fährschiff. Hier haben sich am östlichsten Punkt Norwegens welche zum Eisbaden in der Barentsee angemeldet. Irgendwie muss das reizen im Arktischen Ozean zu baden. Uns jedenfalls nicht, das zuschauen hat hinreichend geschmerzt. Leider sind die Bilder aufgrund der Dunkelheit nicht besonders. Sonnenuntergang ist heute offiziell 13.21 Uhr. Wetter geht fast, wenn man nicht baden will, -0,5°C, aber eisiger Wind aus NW mit 15-18m/s, Windstärke 7- 8

Nun sind wir am 30.1.17 zum 2. mal in Hammerfest, mit etwas mehr Zeit, 1h etwa, also Zeit für den Eisbärenclub. Wo Moni natürlich Mitglied werden muss (200NOK) Mitgliedsbeitrag einmalig. Das Museum ist niedlich, es dreht sich um Hammerfest und Region und den Naturschutz. Am 3. Sonntag im Januar eines jeden Jahres ist immer Mitgliederversammlung... Von Hammerfest geht's weiter nach Tromsö, dort werden wir kurz vor Mitternacht sein. Das Wetter zeigt sich inzwischen sehr viel winterlicher.

Nach dem Ablegen gings weiter nach Tromso. Etwa 22.30 Uhr dann wieder Nordlichter. Was sich am Himmel zeigte war gigantisch und kaum in Worte zu fassen. Die Lichter machten den Himmel taghell, Sterne z.T. kaum mehr zu sehen und alles spiegelte sich im Meer. Die Farben sowas von intensiv....

Durch die Bewegung des Schiffes, aber auch das Wabern der Lichter ist das schwer scharf auf ein Foto zu bekommen, unabhängig davon das die Bilder nicht im Ansatz wiedergeben können was sich am Himmel abgespielt hat. Die Lichter wandern, werden heller und wieder dunkler, bewegen sich wie Vorhänge am Himmel. Die Streifen überspannen den ganzen Himmel und bewegen sich auf und ab. Der Zauber ging im ersten Step etwa 45min. Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale Tromsö war das Nächste auf dem Programm. Auch sehr schön. Kaum waren wir von Trömso wieder unterwegs und in der Koje kam Nordlichtalarm Nr.2 für die Nacht. 03.30 Uhr etwa, aber nicht mehr ganz so intensiv. Also Hose / Jacke über das Schlafzeug und raus.

Eine Auswahl vom 30.1.17.

So recht weiß man nicht wohin die Kamera am besten zu halten ist... Und ich merke das der Apparat schon fast ein Oldtimer ist. Belichtungszeit ist etwa 15-20s, Blende auf und ISO 1600. Mehr geht da nicht. Und ein besseres Weitwinkel bei der nächsten  Fahrt...

Das ist eine kleine Auswahl an Bildern. Aber mit die Schönsten :-)

Die Lichter auf dem Bild ist Tromsö achteraus..... Wir haben am 31. fast das Frühstück verpennt. 9.50 Uhr klopfte es an die Kabinentür "wie would like change the  Schowerhead". Upps....

Weiter bis zum Dunkelwerden in den Raffsund, ein sehr schönes Stück Welt. Im Sommer geht's auch noch in den hier abzweigenden Trollfjord, der im Winter wegen Lawinengefahr nicht passiert werden kann. Das Loch der Einfahrt ist im Vorbeifahren vom Schiff aus angestrahlt worden. Schon beeindruckend, ließ sich aber leider nicht fotografieren.  Mal ein bisschen Roadmovie

Svolvaer ist der letzte der Häfen auf den Lofoten. Hier ist eine Eisgalerie am Hafen, auf der nordgehenden Route hatten wir 30min Aufenthalt, zu wenig dafür. Jetzt sind wir 2h hier, lohnt eher. Aktuell Schnee und Graupelschauer, hier werden wir wohl das letzte mal Nordlichter sehen können. Sollten sich die Wolken verziehen....

Und sie haben sich verzogen und nochmal richtig ins Zeug gelegt. Das Ausharren im kalten Fahrtwind hat sich gelohnt.

Funkelnde glitzernde Streifen, eine Corona und grünes pulsendes Licht bis nach Mitternacht....

Das blau-violette ist die Abgasfahne vom Schiff.

 

So unterm Strich-Polarlichter gab es reichlich, weit mehr als zu hoffen gewagt. Allein letzte Nacht (31.1.17) ca. 160 Bilder die sicher niemand sichten möchte. Vermutlich aber die Letzten der Reise, da wir immer weiter nach Süden kommen und dann schon mächtige Sonnenstürme brauchen um noch was zu sehen zu bekommen.

Hier die vergangene Nacht.

1. Februar 2017

Unsere 2. Polarkreisüberquerung auf Südkurs - besiegelt mit einem Löffel Lebertran... Dieses mal 10.20 Uhr, die Weltkugel bei Tageslicht. In gewisser Weise dramatisch - traurig - wer will schon nach Hause.... Das Leben hier ist sicher nicht einfach, aber mit Sicherheit sehr reizvoll.

2. Februar

Wir sind 06.30 Uhr in Trondheim, haben bis 10.00 Uhr Aufenthalt. Die Finnmarken liegt hier vor uns bis Mittag so wie wir, als wir gen Nord noch unterwegs waren. Wir machen eine Schiffsbesichtigung. Der Stil der Hurtigschiffe ist nicht zu übersehen. Außen auf Deck 7 Pool und Schwimmbad - im freien. Kann man machen, muss man aber nicht. Meins ist das nicht, aber interessant zu sehen. Ein Panoramadeck hat Sie mehr, scheint etwas größer - zumindest in der Höhe.

 

Cooler Sonnenaufgang über der Stadt. Nun kommen wieder Sonnenaufgänge anstelle der Polarlichter. Schade. Polarlichter sind wirklich beeindruckend.

 

Morgen Nachmittag sind wir wieder in Bergen und werden ausgeschifft ÄÄÄÄÄhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.

Nächster Halt, 16.30 Uhr für 30min war Kristiansund. Schicke fahrt durch schmale Fjorde, die Sonne linste durch die Wolken und Bohrinseln.... Wir sind der Kürze des Aufenthalts wegen nicht von Bord. Faul. An Bord wird man faul....

 

Letzter Tag, 3. Februar. Wir sitzen nun hier rum und warten.

Frühstück ist vorbei, wir sind deprimiert, 14.30 Uhr auch die Reise vorbei und es geht nach Hause. Wo sind bloß die 11 Tage hin....

Das wird nicht die letzte Winterreise in den Norden gewesen sein, es war wärmer als erwartet, schöner als erwartet und interessanter als erwartet. Und die Polarlichter beeindruckender als erwartet. So gesehen sie Reise jeden Cent wert. Wenn man das sagen kann und sich am liebsten im Mülleimer an Bord verstecken mag um wieder mit nach Kirkenes zu kommen hat man wohl nichts falsch gemacht.

Es ist eben "die schönste Seereise der Welt", das zumindest verspricht die Werbung. So ganz aus der Luft gegriffen ist das wohl nicht.

Inselwelt vor Bergen. Nieselregen, kann ja auch nicht anders sein wenn an die regenreichste Stadt Europas ansteuert. Die Inselwelt hier, auch mit den Sommerhäuschen erinnert sehr an die Aland-Inseln.

 

Da ist es, das Ende der Reise. Wir erreichen Bergen im Nebel und Regen, wie erwartet. Die Temperatur außen 10°C, das haben wir nicht erwartet, für den 3. Februar zu warm.....

Auf der Internetseite von Amsterdam Schipol ist keine Info zu Verspätungen oder ähnlichem zu finden, mal schauen ob dieser Flug dann tatsächlich mit KLM stattfindet. Ist ja auch egal.

 

Diese Reise ruft nach Wiederholung, und obwohl ich selten was mehrmals bereise (außer Haustürrevier) werden wir das wohl nochmal tun. Vllt. im Frühjahr 20XX?????