So

12

Jun

2016

Das Baltikum

Am 12. Juni haben wir in Hel, Polen nun abgelegt und die Pommerschen Landen verlassen. Ziel war der erste mögliche Hafen der 3 Baltenstaten, Kleipeda in Lithauen. Historisch eine interessante Stadt, das ehemalige Memel am gleichnamigen Fluss und der nördliche Zugang zur kurischen Nehrung. Der südliche Zugang ist in Kaliningrad, Königsberg, also russisch und unpassierbar.

Los ging es 8.00 Uhr, vorher stellte sich noch kurz die polnische Boarder Guard ein, fragte nach woher und wohin und wies uns darauf hin das wir schön brav die 12sm zum Festland Kaliningrads einhalten sollten. Haben wir natürlich auch, fast 20sm um genug Raum zu haben... War auch kein Patroulienboot oder so zu sehen

 

 

 

 

Fähre Gdansk nach Irgendwo.

Ist ja Wurst. Viel mehr war auf der 20-Stündigen Fahrt nicht zu sehen. Oder doch??

Wir hatten mal wieder nur ca. 1 Stunde Segelwind, der dann aber einschlief. Ich  hatte mir das  etwas anders gedacht. Aber die 115 sm gegenan mit 5 -8kn Wind aufzukreuzen dauert 3 Wochen??? Oder mehr???

Seit unserer Abreise Mitte Mai gab es fast nahezu immer Ostwind. Würde ich brav auf den richtigen wind warten währe ich wohl noch in Bremerhaven. Oder Brunsbüttel. Kiel?? Viel weiter sicher nicht.

An dieser Stelle mal eine Lobeshymne an meinen Motor. Der läuft, und läuft. Tolles Teil.

Sonnenuntergang auf See, ein fantastisches Schauspiel.

Das sieht wirklich so aus, die Farben sind einmalig......

 

 

Die glückliche Freiwache. Nachts ist das nicht wirklich dunkel, aber recht kalt. So ab Mitternacht, bis gegen 03.00Uhr die Sonne langsam wieder aufsteht ist das das längste Stück Nacht. In dieser Zeit habe ich mir eine Eieruhr alle 10 min gestellt, kurz weggenickt und dann Rundblick, und wieder von vorn....

Sonnenaufgang über Klaipeda, mit Seenebel. Die Hafeneinfahrt passierten wir 03.30 Uhr

 

 

 

Mal wieder richtig Strömung. Gut 1-1,5 Knoten auf dem Memel

Klaipeda

Hier liegen wir im Old-Castel-Habour. Heißt so da im Wallgraben der ehemaliges Memelburg, die im 11.Jh. von den Rittern des Deutschen Ordens gegründet wurde. Aktuell viel Baustelle da hier resauriert wird wie verrückt.

In den Hafen kommt man über eine kleine manuell zu bedienende Drehbrücke. Die wird zu jeder, zu jeder!!! vollen Stunde für 15 min vom Hafenmeister geöffnet. Auch um 04.00 Uhr als wir davor standen. Die Brücke ist Die mit dem Bronzegespenst, siehe weiter unten....

 

Die Memelburg

Überhaupt eine schöne Stadt. Nicht ganz zu vergleichen mit Danzig, aber hier wird mit viel Liebe restauriert. Bronzefiguren an allen Ecken der Altstadt

Das Wahrzeichen vom Klaipeda, Ännchen von Tharau. Der Übersetzer des Textes ins königsberger Platt war  Simon Dach  aus Memel, der  Text von Johann von Klingsporn, ein Schwede, der um Anna Neander, wie Sie hieß, warb.

Sie heiratet aber einen Pfarrer, nach 35 Jahren verwitwet, den Nachfolger im Amt, den Sie auch überlebte. Ihren 3. Mann, ebenfalls Pfarrer im selben Amt überlebte Sie auch. Ännchen von Tharau verstarb 1689 im Alter von 74 Jahren.Reisegruppen stehen vor der schönen Anna und singen das Lied....

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Nida / Nidden, Kurische Nehrung

Nach Nida sind wir am15.6.16  mit Fremdschiffchen gefahren. Für 10 € pro Nase geht ein Schnellkatamaran von Kleipeda dort hin. Der braucht für

die 35 sm 2 Stunden und hält zwischendurch auch noch kurz an. Für mich wären das 7 Stunden....

 

Nida ist ein kleines Fischerdorf im Kurischen Haff, wo Thomas Mann mal 2 Jahre ein Sommerhaus hatte. Hübsch rausgeputzt in kurischer Manier mir roten Holzhäuschen ist das inmitten des Naturparadieses eine Perle.

Das Haff ist geteilt, mittig zieht sich die Grenze zu Kaliningrad durch, mit Tonnen markiert, Patroulienboot natürlich dabei.

Die südlichen Dünen von Nida befinden sich etwa 2km vor der Grenze.

Das Haff ist Süsswasser, traumhaft schön und unberührt. Die Menschen wußten damals schon weshalb da ein Sommerhaus hin muss.

 

Auf nach Nida gehts erstmal durch die Hafenanlagen von Klaipeda.

 

 

Die Seeseite mit den Dünen sind wohl  in den Vergangenheit künstlich bewaldet worden um das Wandern zu stoppen.

Ist auch meist geglückt wie man sieht.

Die Wanderdünen von Nida dagegen sind gigantisch, mit 67 m Höhe richtige Berge.

Feinster Sand, in der Sonne da zu sitzen bringt Wüstenfeeling.......

 

Hierzu eine kleine Geschichte die erzählt wurde.

In der Zeit der Pest starben in Nida nahezu alle Bewohner. 3 Frauen begruben die Menschen und machten sich Gedanken wer Sie selbst wohl bestatten würde.

Darauf eine der Frauen, "das mach ich wenn ich die letzte von uns bin".

"Aber wer bestattet Dich wenn du gestorben bist?"

"Das macht die Düne, ich richte mein Grab am Fuße der Düne ein und muss nur warten...."

Ob das alles so stimmt........

 

 

 

In Nida hat man das Wesentliche in 3-4 Stunden abgegrast. Auf der Agenda stand das Mann-haus, natürlich die Kirche und der dazugehörende Friedhof. Dieser ist UNESCO Kulturerbe aufgrund der recht interessanten Grabkreuze, kurische Holzkreuze.

Das das alles deutsche Wurzeln hat ist an jeder Ecke present, die Bibel, die Grabsteine....

Gottesdienst Sonntag 10.00 in Deutsch. Allerdings machen das deutsche Pastoren, die Ihren Urlaub hier verbringen. Wie das organisiert ist, k.P.

 

 

Interessant fand ich auch was alles so zu Kaufen gibt....

das Baltikum ist Bernsteinhochburg.

Irgendwie erinnert mich das an Jurassic Park, Bernstein mit  eingeschlossenen Tieren und Pflanzen.

Preise sind mehr als moderat, je nach Anzahl der Biester und Größe ab 10€ bis natürlich auch viele hundert.....

 

Als Kettenanhänger, Ohrschmuck kann man so 40-millionen Jahre alte Tiere an sich ranhängen.

Die Rohsteine fand ich interessanter.

 

 

 

 

 

Der ging einem Fischer ins Netz.

Als Kettenanhänger definitiv zu groß

Wanderdünen im Abendlicht..................................

 

 

 

 

 

Tschüß Nida

Liepaja

Über Liepaja, was wir am 15.6. erreicht haben gibt es wenig zu berichten. Es regnete, man lag längsseits an einer Betonpier mit Holzsteg. Diesel an der nahen Tankstelle war eine SB-Kartentanke ohne Tankwart oder so. Das Tankwarthäusen war zu einem Burgerrestaurant umfunktioniert. Gegenüber ein Einkaufszentrum mit Preisen die nicht zu verstehen sind.  Diesel 0,99€, Schweinsohr 0,29€ (hab mich damit mit eingedeckt), ansonsten scheiterte der Versuch, abends was essen zu wollen an brauchbaren Restaurants. Entweder sehr edel (wir Gummistiefel wegen Wetter) oder Nigtclub.

Im Hotel am Anleger (Busse der Oldenburger Landpartie parkten mit Fahrradanhängern davor) gabs kein Bier. Ohne Worte.

Das Aufstehen am nächsten Morgen 05.30 Uhr viel nicht allzu schwer.

Weiter am 16.6. nach:

Ventspils

 

 

Pottendichter Nebel am nächsten Morgen.

Radar an und Ausschau halten. Und ein Schießgebiet umfahren, was aus den 55sm dann  73sm machte. Danke sehr. Keiner braucht den Quatsch.

Dafür hatten wir Segelwind aus SW,4 Btf.

Ab Mittag ging der Nebel dann weg, dafür legte der Wind ordentlich zu

Im Schnitt 5 Btf, in Böen 6 bis 7, 32kn  sahen andere Mitsegler. Bestätigen kann ich 26, angesagt war 17.......

Daher auch die doofe Welle die von achtern mit 1,5m und mehr anrollte.

Da hatte ich die Ostsee etwas unterschätzt, muss ich zugeben. Nach etwas mehr als 13 Stunden waren wir ziemlich  breit aber am Ziel......

 

 

Ventspils ist ersteinmal eine alte Hansestadt (Windau) und das Ende einer russischen Ölpipeline aus Sibirien, daher im Hafen Öltanker und Tanks ohne Ende.

 

Heute Abend, am 17.6. sollen 8 bis 9 Btf rüberziehen, wir erwarten ein Sturmtief. Also genug Zeit ür Sightseeing.

 

 

Die Stadt ist wie Liepaja teilweise schon gut restauriert, aber zum Teil auch nicht. Sperrgebiet über viele Jahrzehnte sieht man deutlich das hier Russen Ihr Unwesen trieben. Und das dauert natürlich bis ein allgemein guter Zustand entstanden ist. Aber die Promenade ist sehr schön, gepflegt, nirgendwo Müll usw. Die Käfer sind niedlich.....

Die Suche nach einem Restaurant war ebenso schwierig wie in Liepaja. Die Touristeninfo konnte 3 (Drei!!!) im Stadtzentrum nennen, davon haben wir aber nur 1 gefunden , trotz Plan. Und das war ein Burgerrestaurant. War aber lecker und außer Burger gab es auch anderes. Jedenfall von hohem Niveau, aber leider nichts traditionell lettisches.

 

In Ventspils gibts auch eine Burg, seinerzeit gründeten die Ritter des Deutschen Ordens, genau wie in Klaipeda, die Stadt an der Windau.

Die Burg ist schön restauriert, eine Ausstellung zu Lettland innen zu besichtigen. Von der Bronzezeit bis in die Gegenwart war dort etliches Interessantes  ausgestellt. Leider hört hier so ziemlich die Möglichkeit auf sich englischsprachig zu verständigen, ganz oft nur Lettisch / Russisch(kann ja keiner!!), hört sich akustisch für mich zumindest gleich an. Die Kassenfrau an der Burg, auf dem Markt, nix englisch. Der Hafenmeister, ein junger Mann ca. Anfang 30 quasselte einen derart auf englisch zu daqs das nicht weniger schwierig war. Generationsproblem......

Eintritt in die Burg für uns beide übrigens 4,20€. Liegegeld im Hafen 22€. Was hier eingespart wird ist andersherum wieder unverschämt teuer.

Der Burger mit lecker Pommes (keine Tiefkühl, selbstgemachte) 6.50€.

Markt

 

 

Der 18. Juni wird wohl Hafentag aufgrund des angesagten Wetters...

 

Hier die Vorhersage des DWD


Zentrale Ostsee:
Wechselnde Richtungen 6 bis 8, west- bis südwestdrehend um 6, orkanartige Gewitterböen, starker Regen, See 3m

mal sehen wie das wird

Das Sturmtief ist durch.Ging so. Hier im Hafen lagen wir auch recht geschützt und Schwell hat sich nicht all zu sehr aufgebaut. Das war in Wladislawowo und Leba um Längen schlimmer.

Heute, am 19.6. ist zwar noch gut Wind, mit 5, in Böen 6 Btf. bläst das wohl noch. Bevor wir in estnische Reviere weiterziehen warten wir erstmal ab, Gerödel brauchen wir nicht. Also haben wir "Haushaltstag", Schiffi braucht auch mal wieder eine intensivere Reinigung und Wäsche waschen bietet sich ebenso an.

Wir sind nun etwas mehr als 1 Monat unterwegs. Hier in Ventspils liegt eine lustige Gesellschaft, 1 Däne, 1 Holländer, 1 Engländer mit Riesenkatamaran ist heute morgen weiter, 1 Lettisches Schiff mit 6 Menschen drauf, Sail Training Association steht auf der Baumpersenning, 5x hängt schwarz/rot/gold am Schiff.

Die meisten Crews kannten wir bereits aus Häfen davor. Ist eine lustige Truppe.

Estland

Saaremaa

Am 20. 6 sind wir von Lettland los Richtung Saaremaa, eine der ersten Inseln Estlands. Anfangs hatten wir 2 Stunden Segelwind, der dann einschlief. Wie immer.

 

Erstes Ziel war Möntu, ein kleiner Hafen, etwa 45sm,8-9 Stunden. Die nächstgrößere Stadt, Kuressaare sind nochmal 25 sm mehr, nächsten Tag. Auf so lange Schläge hatten wir keine Lust.

Leuchturm an der Südspitze Saaremaas

Bei Wind gegen 0 und Sonnenschein kam uns in den Sinn mal wieder unseren Grabbel zu versenken und zu ankern. Liberta mit Philipp gesellte sich zu uns, zum Abendessen Schiffe zusammengebunden und gut ist. Ein wunderschöner Sonnenuntergang, bis Mitternacht taghell, inmitten einer wunderbaren Landschaft, in der es nicht mehr recht dunkel wird. Gar nicht so einfach in die Koje zu finden wenn die Sonne bis ewig brennt.

Danke Philipp für die genialen Bilder....

In Möntu ist nicht viel, der Hafen soll gut ausgestattet sein. Aber wer will Hafen. Also nach dem Frühstück Grabbel auf und nach Kuressaare, so eine Art Hauptstadt von Saareema. In der Umgebung der Insel ist es recht flach, und riesige Steine treiben Ihr Unwesen. Die Einfahrt in den Hafen als solche ist schon sehenswert. Ansonsten ist Kuressaare eine sehr alte Stadt, Bischofssitz mit Burg aus dem 12.Jh usw. Selbst bei Nieselregen um längen Schöner als das was Lettland geboten hat.

Und damit ist für uns entschieden, Riga fällt aus..... Estland ist mehr scandinavisch geprägt als die anderen beiden Baltenstaaten. Auch im Preisniveau, wenn auch noch moderat. Liegegeld 25€, dafür ist aber alles da was begehrenswert scheint. Mit Sauna natürlich, kostet aber extra.

Auf der Mole zum Hafen bauen Komorane Ihre Nester im Buschwerk.

Kuressaare ist einen etwas längeren Aufenthalt wert. Die Burg ist estnisches Museeum und soll auch von uns entsprechend bedacht werden. Und ferner ist der Ratskeller auf unserer Agenda, estnisch Essen will probiert werden.

 

 

 

 

 

Aktuell zeigt die Logge 806 sm (1sm=1,84km) von Bremen. bis Helsinki sind das etwa 200sm, soll unser östlichster Punkt werden. Mal sehen, erstmal Kuressaare.....

Die Burg beherbergt eine Ausstellung zu Estland und Saaremaa bis in die jüngste Vergangenheit. Recht offensichtlich ist die Ablehnung allen Russischen zu sehen, Estland war vor und nach dem 2. Weltkrieg jeweils okkupiert. Auch ist dort  ein Mahnmal für 90 ermordete Esten aus Kuressaare, die von den abziehenden Bolschewiki 1941 (vor der Wehrmacht) hingerichtet worden sind. Die estnische Geschichte ist schon sehr wechselhaft und keineswegs besonders berauschend. Irgendwer machte sich hier über die Jahrhunderte immer breit und trieb sein Unwesen.

 

 

 

 

In der Abteilung über die russische Vergangenheit stolperten wir über diese wunderbare Bohrmaschine,das Ding hat mich begeistert.

Und das obwohl  nicht Hilti oder Makita....

Was für Jörn und Alex??????????

Heute, am 23.6.16 sind wir um 07.00 Uhr von Kuressaare nach Kuivastu (auf der Insel Muhu) gesegelt. Hatten echt schönen Wind und Sonne. Ein niegelnagelneuer Hafen für die Yachtis, vom Feinsten und in den 20€ Liegegeld ist Sauna inkl. Und da gehe ich gleich mal eben hin.

 Ansonsten ist nicht viel hier los, abgesehen davon das von  hier die Fähre nach Virtsu geht, die die Insel Muhu und Saarema (mit einem Damm verbunden) mit dem Festland verbindet. Alles was auf oder von den Inseln kommt geht am Hafen vorbei. Trotzdem ist es recht ruhig. Zwei Autofähren fahren so etwa halbstündlich.

 Ist einfach schön hier. Haapsalu ist unser morgiges Ziel. Alte Kleinstadt im Jugendstiel, Kurort, natürlich mit Burg.....

:-)

Von Kuivastu nach Haapsalu sind das 30sm die bis vor den Hafen segelnd zurückgelegt wurden. Dafür wars meist bewölkt mir schauern zwischendurch. Alles gute ist eben nie beisammen. Kaum im Hafen fest zieht aktuell ein Gewitter rüber. Naja, Stadtbesichtigung mir Regen ist auch doof. Schreit nach Mittagsruhe.. Liegegld ist hier 30€, weshalb auch immer das so teuer ist müssen wir noch versuchen rauszubekommen. Finnland legt bestimmt noch ne Schippe drauf

Haapsalu

.... ist Kur- und Badeort schon seit Ewigkeiten. Hier haben in der Vergangenheit die Zarenfamilie Ihre Sommerzeit verbracht, Pjotr Tschaikowsky hat den Blick von der Uferpromenade auf die See ebenso genossen wenn er hier Urlaub von seinem anstrengenden Komponieren machte. Ihm zu Ehren die Tschaikowsky-Bank, die natürlich auch Musik macht wenn man dort sitzt. Seine 6. Synfonie ist im Ursprung ein estnisches Volkslied (Kallis Mari) welches er hier hörte. Die Oper Woiwode und der Klavierzyklus "Sovenir de Hapsal" ist in Haapsalu entstanden. Auf der Promenade zu schlendern ist schon was außergewöhnliches. Grund für uns hier noch etwas zu verweilen.

 

Der Bahnhof von Hapsalu ist heute Museum, so wie die vielen Holzhäuschen ist auch der Bahnhof aus Holz, die Loks die dort stehen aus Sowjetzeiten.

Der Bahnhof als Kopfbahnhof wurde gebaut um die ganzen Schönheiten aus Russland herzubringen. Entsprechend auch der Chique.

 

Uferpromenade in Haapsalu

Die Burganlage in Haapsalu ist im 13Jh.als Bischofsburg entstanden, ein gewaltiger Komplex, der als Ruine erhalten ist. Die Domkirche ist erhalten, auch gibt es ein Museum mit einem mittelalterlichem Klassenzimmer usw. zu besichtigen. Im Fenster der Basilika erscheint im August zu Vollmond die Gestalt einer weißen Frau im Fenster. Der Legende nach verliebte sich ein junger Geistlicher in ein Mädchen. Um Sie in seiner Nähe zu haben schmuggelte er die Arme in den Knabenchor der Kirche was auch eine Zeit lang gut ging. Wie der Bischhof aber dahinter kam wurde Sie zur Strafe in den Mauern der Kirche lebendig eingemauert. Einige Zeit noch war Ihr jammern zu hören was natürlich irgendwann verstummte. Ihr Geist kommt nicht zur Ruhe und Sie erscheint daher im August an der Stelle im Fenster wo Ihr Grab ist (war). Und wieder die Frage-ob das alles so stimmt?????? Wir werden das nicht überprüfen können, im August sind wir ja nicht mehr hier. Aber hoffen natürlich das das nur Legende ist.

Dirhami

Dirhami haben wir als Zwischenstopp nach Tallinn gewählt, soll nix weiter sein. Nun sitzen wir auf der Terrasse des Hafenrestaurant beim lecker Bier mit dem besten Blick den es gibt. Unbezahlbar. Von Haapsalu sind das etwas mehr als 2 Stunden, wir sind kurz nach dem Gewitter weg und werden so belohnt. Hier geh ich nicht mehr weg....

Mittlerweile ist es 21.00 Uhr, die Sonne brennt wie verrückt und nach Abend sieht das ganz und gar nicht aus. Wir müssen wohl erstmal ins Wasser.....

Irgendwie ist das ein komisches Gefühl, das vor 6 Wochen noch fast unerreichbar aussehende Ziel

Tallinn erreicht zu haben. Aber heute am 27.6. haben wir 19.30 Uhr im Hafen-Tallinn Noblesse festgemacht. Von Zuhause sind das lt. Logge 949,7sm (1.747km). Das Linius derart weit schwimmt hätte ich nicht für möglich gehalten. Etwas stolz darf Schiffi darauf wohl sein. Wer Tallinn nicht kennt hat ein tief klaffendes Bildungsloch in seinem Lebenslauf. Sollte jeder mal besucht haben, wirklich eine tolle Stadt. Aber dahin gehts erst morgen (in die Altstadt von hier etwa 1,5km). Wir liegen in einem Hafen der in keinem (zumindest deutschem) Handbuch verzeichnet sind. Dementsprechend auch nur Esten hier als Dauerlieger. Den Tipp haben wir auch von einem Esten den wir in Haapsalu trafen und hier zu Hause ist. Liegegeld für uns 25,-€, im Gegensatz zum Old-Town-Habour 45,-€. Tut nicht ganz so weh.

Wir hatten auf dem Weg hierher Regen, Nebel, alles, aber kein schönes Wetter. Einzig der Wind blies mit 4, strichweise 5 aus West, also segelbar. Und so natürlich auch nur Nieselregenbilder vom Panorama der Stadt. Schade, aber es gibt schlimmeres.......

In der Bucht von Tallinn ist reger Schiffsverkehr, Fähren, Kreuzfahrer und Schnellkatamarane die Linie nach Helsinki fahren gehen ständig ein und aus. Wir sind glücklich hier zu sein. Aber irgendwie ist das auch der Start vom Rückweg. Fast, denn Helsinki ist noch etwas östlicher...

Die Altstadt von Tallin ist in 1 oder 2 Tagen kaum zu erkunden. Auch mit fotografieren muss man sich etwas zurückhalten....

Blick vom Schlossberg über die Altstadt und in der "Olde Hanse", einem der vielen Restaurants in der Stadt. Mit Live-Musik. Total cool...

Heute am 1.7.16 ist mal wieder kaum Wind, 5-7 Knoten aus Süd. Wir verlassen trotzdem, mal wieder unter Motor, Tallinn und damit das Baltikum. Ziel ist Helsinki.

So unterm Strich hat uns das sehr gut gefallen, allen voran die Esten. Estland ist als eines der neuen EU-Mitglieder bald europäischer als wir es sind. Die Städte boomen, eine Reise hierher loht in jedem Fall. Ein tolles Land mit tollen Menschen.

Aber auch Polen ist sehr attraktiv, da wird gebaut, restauriert usw, ohne Ende. Wir in Deutschland werden uns sicher  noch wundern wo das hin geht...

Littauen hat ähnliches Potential, wenn sich das auch nicht so stark ausgeprägt zeigte. Aber Nida ist ein Schatz, und Kleipeda sehr interessant und auch in fantastisch gutem Zustand. Leider haben wir mehr von Littauen nicht sehen kännen. Klaipeda ist der einzige Seehafen des Landes.

Lettland ist für uns das Schlusslicht. Hier passiert auch einiges, aber nicht so wie in den anderen Staaten. Das fällt schon auf. Unser Eindruck ist natürlich sehr subjektiv und auf die Küstenregionen bezogen.

 

Tschüss Baltikum....